Oekoandina

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 Kontakt: B. Holzer, H. Kleine-Hering, W. Herget

 

Projekt im Hochland der Puna (NW-Argentinien)

Sozialentwicklung und Produktivitätsabsicherung durch Verbesserung der

Wassernutzung - Projekt abgeschlossen

In den letzten Jahren wurde durch eine Reihe von Vorprojekten eine Entwicklung angestoßen, die im Projektgebiet die Landflucht stoppte und eine beginnende eigenständige Kleinproduktion (Landwirtschaft, Kleinstbergbau, Gerätemontage, Baugewerbe etc.) ermöglichte. Diese positive Entwicklung wird durch 2 gegenläufige Faktoren bedroht:

  1. sinkende Wasservorräte aufgrund von Klimawandel und Trockenheit bei gleichzeitig
  2. zunehmendem Wasserverbrauch durch:
    -          wachsende Bevölkerung
    -          erhöhten Eigenverbrauch (Umstellung der persönlichen Hygiene, solarbetriebene Duschen, 
               Wäschewaschen etc.)
    -          Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft (Quinoa und Feldfrüchte)
    -          beginnenden Tourismus (Ausbau wichtiger Regionalstraßen wie der Ruta 40)
    -          Klein- und Kleinstindustrie (Bergbau, Kunsthandwerk, Montage von Solargeräten, Bautätigkeit)

Was soll erreicht werden?

Ziel ist, dazu beizutragen, dass die Bevölkerung in zwei Andendörfern eine langfristige Lebensperspektive entwickeln kann indem sie eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in ihrem Lebensbereich anwendet.
Dadurch soll besonders der jüngeren Generation Perspektiven geboten werden, die sie dazu veranlassen, in ihrem Heimatgebiet zu bleiben und nicht in die Armutsgürtel der Städte abzuwandern.
Da die Verfügbarkeit von Wasser einer der wichtigsten begrenzenden Faktoren für die Entwicklung wirtschaftlicher Aktivitäten im Andenhochland ist, konzentriert sich das Projekt auf die Verbesserung der nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen in den beiden Dörfern.

Maßnahmen und Wirkungen 

Im Rahmen des Projektes werden den Verantwortlichen in beiden Dörfern beispielhaft Grundlagen zur Analyse und Begutachtung von Flusseinzugsgebieten und zur Erstellung von einfachen Wasserbilanzen vermittelt, was erstmals eine geplantere Wasserbewirtschaftung ermöglichen würde. Als Grundlage dazu wird in beiden Gemeinden jeweils eine einfache Pegelstelle zur Messung des Abflusses im wichtigsten Fluss des Einzugsgebietes eingerichtet.

Die Verringerung von Verlusten (z.B. Wasserleitungen statt offener Zuleitungskanäle mit hohen Verdunstungsverlusten) sowie die Implementierung von Wasserspartechniken (z.B. Tröpfchenbewässerung statt traditioneller Überstaubewässerung und Reduzierung von Leitungsverlusten) sollen eine deutliche Verringerung des aktuell relativ hohen Verbrauchs (ca. 250 l pro Person und Tag) ermöglichen. Das dadurch freiwerdende Wasser kann dann von etwa 20 Familien mit landwirtschaftlicher Tätigkeit zur Ausweitung ihrer Anbauflächen für Quinoa, Kartoffeln und Gemüse für den Eigenbedarf und für den Verkauf von Überschüssen verwendet werden.

Die Bildungsarbeit mit Schülern der Sekundarschulen soll die junge Generation für die Wasserproblematik sensibilisieren und sie auf zukünftige Entscheidungsprozesse vorbereiten.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die Ermöglichung des Projektes durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), die Unterstützung durch die deutsche Botschaft in Argentinien sowie der Firma OTT in Kempten bedanken.